Kraftwerk Dießbach

Energie in Bewegung

Das Kraftwerk Dießbach in der Gemeinde Saalfelden am Steinernen Meer ist ein Pumpspeicherkraftwerk und aufgrund seiner ungewöhnlich steilen Druckrohrleitung ein bauliches und technisches Meisterwerk. Das Krafthaus liegt direkt am Saalachtalradweg. Der Bau des Kraftwerkgebäudes begann am 11. Januar 1962. Im Juni 1962 wurde mit der Errichtung des Dießbachstausees begonnen. Der Anschlag des Triebwasserstollens erfolgte am 3. September 1962, der Stollendurchschlag am 30. Mai 1963. Am 12. Februar 1964 wurde der Probebetrieb des Kraftwerks mit dem ersten Maschinensatz aufgenommen. Die Einweihung des Dießbachkraftwerkes erfolgte am 3. September 1964.

Der Dießbachstausee befindet sich auf halber Strecke am Aufstiegsweg zum Ingolstädter Haus im Steinernen Meer (4-1). Die Steinschüttdammkrone des ca. 26 ha Wasserfläche einnehmenden Sees liegt auf 1417 m NN. Damit ist die Wasserfläche des Stausees in etwa mit jener des Pillersees bei St. Johann in Tirol vergleichbar. Der Wassernutzinhalt des Stausees beträgt 4,92 Millionen km3.  Über einen 1,5 km langen Stollen quer durch den Rauchkopf gelangt das Wasser zum Wasserschloss in der Stoßwand. Über eine Druckrohrleitung, die sicherlich eine der steilsten von Europa darstellt, schießt das Wasser zum Krafthaus ins Saalachtal hinunter (4-3). Die beiden Freistrahl-Pelton-Turbinen haben bei einer Ausbauwassermenge von 4 m³/s und einer Fallhöhe von 728,5 m eine Nennleistung von je 12,5 Megawatt, bzw. eine Engpassleistung von 24 Megawatt. Das Regelarbeitsvermögen beträgt 36 Gigawattstunden pro Jahr – damit können 10.000 Haushalte durch den Salzburger Energieversorger SALZBURG AG mit Strom beliefert werden.

Im Jahr 2018 wurde das Kraftwerk zu einem Pumpspeicherkraftwerk ausgebaut. Seither pumpt man mit überschüssiger Energie das Wasser vom Unterbecken (4-5) im Saalachtal wieder in das Oberbecken Dießbachstausee hinauf, um es dort zu „parken“. Strom wird auf diese Weise in potentielle Energie (Lageenergie) umgewandelt und bei Bedarf wieder zurückgewandelt. Diese Arbeit verrichtet eine Matrixpumpe. Dabei werden 3,3 m3 Wasser pro Sekunde, das entspricht in etwa 23 Badewannen, empor gepumpt.