Saalachkraftwerk
Energie in Bewegung
Das Saalachkraftwerk mit der Kiblinger Talsperre (Gemeinde Schneizlreuth) war ein Meilenstein in der Geschichte der Energiegewinnung (9-1). In diesem Bereich wird die Saalach von einer ca. 13 Meter hohen und 130 Meter langen Staumauer zu einem 1,3 km langen und 407 m breiten See, mit einer Wasserfläche von ca. 50 ha, aufgestaut.
Als Anschluss an die 1860 fertiggestellte Bahnstrecke München – Wien wurde 1866 die Nebenstrecke Freilassing – Bad Reichenhall und 1888 die Weiterführung dieser nach Berchtesgaden eröffnet. Die seit 1899 zum Königlich Bayerischen Staatsbad erhobene Stadt Bad Reichenhall (9-2) litt jedoch stark unter der unzumutbaren Luftverschmutzung durch die Dampflokomotiven (9-3). Aus diesem Grund wurde 1905 eine Beschwerde bei dem Königlichen Bayerischen Staatsministerium eingereicht. Infolge dessen beschloss dieses die Elektrifizierung der Bahnstrecke. Um den dafür benötigten Strom möglichst regional zu erzeugen, kam es zur Errichtung des Saalachkraftwerkes.
Die Kiblinger Talsperre wurde in den Jahren von 1910 – 1913 zur Gewinnung von „Bahnstrom“ errichtet (9-4).Heute betreibt die Deutsche Bahn-Tochter DB Energie GmbH das unter Denkmalschutz stehende Kraftwerk. Von 2004 – 2005 errichtete die Bahn im unmittelbaren Anschluss an das bestehende Sperren-Bauwerk ein zusätzliches Restwasserkraftwerk. In diesem läuft eine vertikale Kaplan-Turbine mit einem Durchmesser von 1,1 m bei einer Fallhöhe von 13 m. Der Generator hat eine Nennleistung von 700 Kilowatt. Damit können jährlich fünf Millionen Kilowattstunden Strom für die Bahn und für ca. 1000 Einwohner erzeugt werden.
Die Saalach führt als Gebirgsfluss enorme Mengen an Schlamm und Geschiebe mit, die im Oberlauf des Stausees abgelagert werden (9-5). Dadurch verlandete der See erstmals Anfang der 1920er Jahre, wie auch im Laufe der Jahrzehnte ein Geschiebe-Defizit im Unterlauf eintrat. Zur Kompensierung werden daher seit über 20 Jahren bis zu 50.000 m3 Geschiebe jährlich dem Bereich des Einflusses entnommen und in das Unterwasser der Talsperre eingebracht. Gleichzeitig wurde das ehemals trocken gefallene Bachbett wieder aktiviert.


