Unken Zentrum
Klima in Bewegung
Das Klima war während der gesamten Erdgeschichte – und das sind immerhin schon 4,5 Milliarden Jahre – keine Konstante. Extreme Heißklimaphasen gab es ebenso wie den fast gänzlich vergletscherten „Schneeball Erde“ (7-1). Noch befinden wir uns in einer Zwischeneiszeit! Aber wo stehen wir wirklich – lässt sich das objektiv beurteilen?
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts erlangten die Gletscher ihre größte Ausdehnung seit dem Ende der letzten Eiszeit vor 11.600 Jahren. Man befand sich am Höhepunkt der „Kleinen Eiszeit“ (7-2). Mit dem Ende der Kaltklimaphase und der Beschleunigung der industriellen Revolution kam es zum Ansteigen der globalen Temperatur. Während die mittlere Temperatur weltweit seit 1880 um 0,85°C zunahm, sind es im Alpenraum bereits ca. 2°C (7-3).
Auch in Salzburg stiegen die Temperaturen seit 1880 doppelt so stark wie im globalen Schnitt. Man weiß heute, dass sich die Jahresmitteltemperatur in der Landeshauptstadt Salzburg bis 2065 von derzeit 9,5°C auf 11,5°C erhöhen wird (7-4). Wärmere Luft setzt höhere Energien frei. Dadurch könnten extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Starkniederschläge, Hagel, Orkane etc. zukünftig häufiger und ausgeprägter auftreten. Diese Entwicklung wurde bereits 2021 zur Realität (Hochwasserkatastrophe im Ahrtal, Tornado in Südmähren, Murenereignis in Hallein).
Es ist heute unumstritten, dass der Mensch zu einem großen Teil für den Klimawandel verantwortlich ist. Der, über lange Zeit ungehemmte Ausstoß von Treibhausgasen veränderte die atmosphärische Zusammensetzung. Dass unser Klima in Bewegung ist, zeigt uns der weltumspannende Jetstream. Dieses Starkwindband in 7-16 km Höhe kennzeichnen Windgeschwindigkeiten bis zu 500 km/h. Diese wirken dem Luftmassenaustausch von polarer Kaltluft und subtropischer Warmluft entgegen. Durch den Klimawandel verliert der Jetstream an Geschwindigkeit. Aus dem Band wird eine Wellenlinie – d.h. die kalte Luft kann viel weiter nach Süden und die warme Luft viel weiter nach Norden vordringen (7-5). Zudem halten daraus resultierende Wetterlagen länger an. Wir erinnern uns noch an den skandinavischen „Waldbrandsommer 2018“!





