Die Entwicklung der Mobilität – Teil 2

Vom Wasser aufs Land

Auf dem Land hat sich Mobilität über weite Strecken zu dem entwickelt, was wir heute kennen. Begonnen hat der Siegeszug der Land-Mobilität in der Blütezeit der Hochkulturen im Orient im frühen Mittelalter. Grund für die Verlagerung vom Wasser aufs Land war 1) der steigende Bedarf nach individuelleren Transportleistungen, als jene zu Wasser und 2) die Entwicklung von Rad und Wagen, die gemeinsam mit der Domestizierung von Pferden als Gespann eine große Innovation bedeutete. Erstmals war man imstande, Straßensysteme zu schaffen und zu erschließen und war nicht mehr ausschließlich vom natürlichen Verlauf von Wasserstraßen abhängig. Zu dieser Zeit entstand die Personenbeförderung wie wir sie heute kennen, welche eine völlig neue Qualität der (Individual) Mobilität ermöglichte.

In der frühen Neuzeit (1500 – 1800) entwickelte sich der Gütertransport und der Individualverkehr auf dem Land stark weiter. Reisen im Pferdewagen waren üblich. Erstmals setzte auch so etwas wie Innovation im Sinne der Bequemlichkeit durch. Vierrädrige Wägen wurden durch leichte, gefederte und bequeme Wagenkonstruktionen ersetzt, welche auch die Entwicklung des Straßen- und Wegenetzes ermöglichten. Mit der Kutsche, als Vorstufe zur Eisenbahn, machte die Mobilität der Menschen einen gehörigen Sprung nach vorne, als in England und Frankreich große Straßenbauprojekte von sich reden machten.

Dann ging es Schlag auf Schlag, am Beginn des 19. Jh. kam es aufgrund von Kälte und Futtermangel zu einen immensen Pferdesterben, was der Eisenbahn zu ihrem Siegeszug verhalf. Mit ihr “explodierte” das Verkehrsaufkommen durch den Austausch von Waren und der Beförderung von Personen. Auf die Industrielle Revolution folgte ab 1900 die Entwicklung der Individual Motorisierung, das Automobil startete seinen Siegeszug, der uns bis heute begleitet und unser aller Leben prägt. Mit der Erfindung der Fließbandproduktion im Jahre 1913 bei Ford wird das Automobil für viele erschwinglich und setzt sich als dominierendes Transportmittel auf dem Land durch. Für die meisten von uns überwiegen die Vorteile der Individualität und der Unabhängigkeit, die wir angeblich durch den Besitz eines Automobils erlangen. Noch jedenfalls, mal sehen, was die Zukunft bringt!

Quelle: British Library (Instragram: britishlibrary)

Side Fact: Das Römische Reich war eine wahre Pionierleistung in Sachen Individualverkehr und Gütertransport. Das überregionale Straßennetz hatte für die damalige Zeit immense Ausmaße. Auf einer Fläche von 5,2 mio. km2 lebten um 100 n. Chr. 38 mio. Einwohner, die sich auf 65.000 km gepflasterten Straßen bewegen konnten. Es gab damals also in etwa so viele Straßen pro km2 wie im Jahr 2005 Autobahnen innerhalb der EU!